Malteser Dienste stellen sich vor: unser Schulsanitätsdienst

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Christina Kemper (links) und Simone Franken kümmern sich um den Schulsanitätsdienst am St.-Bernhard-Gymnasium. Foto: Lena Kirchner

 

Aus der Homepage der Malteser Werke: Unsere Dienste erzählen von ihrem Alltag, von Außergewöhnlichem und Nervigem: kurz, knapp und unterhaltsam. Diesmal: Der Schulsanitätsdienst – wo die Retter von Morgen erste Erfahrungen sammeln.

Es werden immer mehr: 11.109 Schulsanitätsdienstleistende der Malteser gab es laut Statistischem Jahresbericht im vergangenen Jahr, und damit 1.102 mehr als noch 2024. An 627 Schulen in ganz Deutschland lernen sie ab der 7. Klasse Erste Hilfe und sind dann während der Unterrichtszeiten und in den Pausen für Mitschülerinnen und Mitschüler, Lehrkräfte und weiteres Schulpersonal da. Sie unterstützen damit mit viel Engagement die gesetzlich vorgeschriebenen erwachsenen Ersthelferinnen und Ersthelfer der Schule.

So zum Beispiel im St.-Bernhard-Gymnasium im niederrheinischen Willich, eines von drei Malteser Gymnasien, in dem die Schülerinnen und Schüler seit 20 Jahren Sanitätsdienst leisten. Eigentlich logisch, dass die Malteser sich dort um den Schulsanitätsdienst kümmern? So einfach ist es nicht. „Unser Schulsanitätsdienst wurde ein Jahr, bevor wir zur Malteser Schule wurden, ins Leben gerufen“, sagt Lehrerin Christina Kemper, die den Schulsanitätsdienst am St.-Bernhard-Gymnasium gemeinsam mit Kollegin Simone Franken betreut. Kemper ist von Anfang an dabei und kann sich noch an den Start erinnern. 

Was sich verändert hat? „Angefangen haben wir mit 15 Schulsanitäterinnen und -sanitätern, seit 2007 liegen wir konstant zwischen 40 und 50 Sanis, die sich um unsere knapp 1.000 Schülerinnen und Schüler kümmern“, sagt Kemper.

Lena Kirchner

Christina Kemper (links) und Simone Franken kümmern sich um den Schulsanitätsdienst am St.-Bernhard-Gymnasium.

Viel Unterstützung von Maltesern vor Ort

Ausgebildet werden Schulsanitäter und -sanitäterinnen am St.-Bernhard-Gymnasium ab der 9. Klasse zwischen den Herbst- und den Weihnachtsferien. Nach dem Erste-Hilfe-Kurs durchlaufen die Schülerinnen und Schüler zunächst die Basisqualifikation „Ersthelfende im Schulsanitätsdienst“, wo sie lernen, wie ein Schulsanitätsdienst organisiert ist, wie man sich selbst und andere schützt, wie man sensibel Grenzen beachtet und wie man mit Patientinnen und Patienten umgeht. Darauf folgt die Aufbauqualifikation „Malteser Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter“, in der Erste-Hilfe-Themen vor allem praktisch vertieft werden und nach der es eine Abschlussprüfung gibt. Wer besteht, bekommt eine Urkunde. Die Teilnahme ist freiwillig – und das Ganze findet an Samstagen statt. „Wir erhalten da aber ganz tolle Unterstützung der Malteser in Willich“, sagt Simone Franken. Ehrenamtliche Malteser leiten die Ausbildung. Viele von ihnen waren selber mal Schulsanitäter. Und sie helfen nicht nur dort, sondern veranstalten auch Ausbildungsabende in der Dienststelle und helfen bei Schulveranstaltungen tatkräftig mit. 

Das hilft enorm, sind sich die Lehrerinnen einig. Denn natürlich macht die Betreuung im Schulsanitätsdienst Arbeit. Die wollen aber beide nicht missen. „Es ist so schön, zu sehen, wie motiviert alle sind. Die machen das ja freiwillig und gehen mit viel Freude und Engagement daran. Spannend ist auch zu sehen, wie sie sich nach der Schule weiterentwickeln“, sagt Franken. Und Kemper ergänzt: „Viele sind beruflich später im medizinischen Bereich aktiv oder als Sanitäter für die Malteser im Einsatz.“ 

Sanitätsdienst in Rom

Bestimmt auch, weil die beiden Lehrerinnen versuchen, den Sanitätsdienst zu etwas Besonderem zu machen, sei es durch die Teilnahme an Wettbewerben – 2017, unvergessen, gewann das Schulsanitätsteam des St.-Bernhard-Gymnasiums den Bundeswettbewerb –, oder durch die Teilnahme an Veranstaltungen. Kemper ist da besonders das Heilige Jahr 2016 im Gedächtnis geblieben. Sie, damals als Ausbilderin bei den Maltesern aktiv, wurde angefragt, ob sie einen Sanitätsdienst in Rom leisten könnte. Sie stellte klar: Nicht ohne meine Schülerinnen und Schüler. Und tatsächlich durfte dann eine Gruppe Schulsanis die Malteser in Rom beim Dienst in den Papstbasiliken unterstützen, ganz nah dran am Papst, der Schweizer Garde und dem Vatikan, und mit einem Besuch des Malteserordens auf dem Aventin. Zum Schluss durften die Schülerinnen und Schüler einen Orden für ihre Teilnahme entgegennehmen. 

Solche Ereignisse bleiben natürlich im Gedächtnis. Leider sind die „außerschulischen Aktivitäten“ des Schulsanitätsdienst durch die Corona-Zeit ein wenig eingeschlafen. Die beiden Lehrerinnen hoffen, dass es in Zukunft wieder vermehrt Wettbewerbe geben wird. Ihre Sanis wären bereit.

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