Da wir uns seit einigen Stunden im Themenbereich der Industrialisierung befinden, ging es für uns an diesem Morgen nicht ins Klassenzimmer, sondern - vorbei an der gelben Oetker-Villa - zu unserem Heimatmuseum.
Wie unser Museumsführer, Herr Röhrscheid, uns erklärte, wurde der Schornstein extra so platziert, damit der Rauch der Fabriken nicht zur Villa des Industriellen Albert Oetker herüberwehte. Angefangen mit dem ersten der Museumsgebäude, nahmen wir in einem Raum voller Ausstellungsstücke Platz, die aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs oder sogar noch aus früheren Zeiten angesammelt wurden. Wir haben uns also gefühlt, als hätten wir einen Sprung durch die Zeit gemacht. Darunter waren Kameras, Instrumente, Brauereifenster, Kinosessel oder zahlreiche Bügeleisen. Wir waren erstaunt, welche Muskelkraft man früher aufwenden musste, um sein Sonntagshemd zu bügeln. Ebenfalls sehr spannend fanden wir die Mode, mit der man früher ausging, z.B. ein echter Fuchspelz.
Als es nach draußen ging, konnten wir die - sogar noch zugelassenen - Traktoren betrachten, mit denen der ein oder andere aus unserer Klasse auch schon mal beim traditionellen Maifest gefahren ist. Ins Auge stachen ebenfalls echte sowie Miniaturausgaben von Ackergeräten, die - anders als heute - nur einen Teil der Arbeit erleichterten.
Danach durfte jemand mit viel Wagemut die Tür zum Plumpsklo öffnen, das sogar die ,,Maus‘‘ (aus der ,,Sendung mit der Maus‘‘) schon mal bestaunt hat. Der Gestank blieb zum Glück aus!
Im zweiten Gebäude des Kamps Pitter erwarteten uns zahlreiche Exponate aus Brauereien, wie z.B. der Hannen Brauerei, etwas weiter dann z.B. römische Münzen und auch ein originaler Koffer eines jüdischen Mitbürgers, der 1941 deportiert wurde. Im Obergeschoss konnte man unter anderem den Unterkiefer eines Mammuts und den alten Wetterhahn der Schiefbahner Kirche betrachten, bei dem sich einige wunderten, wieso er so viele Löcher hat, denn auch nach dem zweiten Hinsehen war klar, dass es sich nicht um den Käse aus dem Kinderlied handelt.
Vielleicht findet ihr bei eurem nächsten Besuch heraus, wer die Löcher in den Hahn gemacht hat? Zum Ende hin durfte dann einer von uns die alte Schulglocke läuten und dies ist ganz sicher gleich geblieben, denn wir gingen anschließend, begleitet vom Schulgong, alle in die Pause."
Von Franziska Zartner 9B