Am Samstag, den 14. März 2026, verwandelte sich das historische Schloss Neersen erneut in das diplomatische Zentrum der Region. Unter dem hochaktuellen und faszinierenden Leitthema „Outer Space – Opportunities and Challenges“ (Der Weltraum – Chancen und Herausforderungen) nahmen wir mit einer stolzen Delegation unserer Schule an der 14. Model United Nations Lower Rhine (MUNLR) teil. Mit insgesamt 11 hochmotivierten Delegierten, einem unverzichtbaren Admin aus unserer Schülerschaft sowie zwei begleitenden Lehrkräften waren wir vor Ort stark vertreten.
Eröffnet wurde die Konferenz durch eine sehr motivierende Gastrede des Willicher Oberbürgermeisters Christian Pakusch, der die Bedeutung von politischem Engagement der Jugend – gerade in historisch und global herausfordernden Zeiten – hervorhob. Das absolute Highlight des Vormittags war jedoch die Keynote von Maximilian Betman. Als Mitarbeiter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und UN-Delegierter für die Bundesrepublik Deutschland gab er unseren Schülerinnen und Schülern exklusive und praxisnahe Einblicke in die reale Weltraumdiplomatie.
Ausgestattet mit diesem Vorwissen stürzten sich unsere 11 Delegierten in die komplexe Ausschussarbeit, die komplett auf Englisch stattfand – ein Moment, der das Herz jedes Englischlehrers höherschlagen lässt! In vier verschiedenen Komitees wurden drängende Zukunftsfragen debattiert:
- Im Sicherheitsrat (UNSC) ging es um die Frage, ob der Weltraum die nächste Kriegszone wird. Unsere Schülerinnen und Schüler debattierten auf bemerkenswert hohem Niveau über die Rolle von Militärsatelliten, Cyberattacken auf die Weltrauminfrastruktur und die Risiken einer militärischen Eskalation im All. Vertrauensbildende Maßnahmen standen hier im Zentrum der hitzigen Debatten.
- Im Umweltausschuss (UNEP) standen die ökologischen Folgen von Satelliten-Mega-Konstellationen im Fokus. Wie gehen wir mit Weltraumschrott um? Sollen die Regeln bindend oder freiwillig sein? Auch die Lichtverschmutzung und deren negative Auswirkungen auf die astronomische Forschung wurden kritisch beleuchtet.
- Im Wirtschafts- und Politikausschuss (GA2) prallten kapitalistische Interessen auf Völkerrecht. Im Kern ging es um die Kommerzialisierung und Privatisierung des Weltraums. Gehört das All als „gemeinsames Erbe der Menschheit“ uns allen (Moon Agreement), oder dominieren die Interessen privater Firmen und der Artemis Accords?
- Im Ausschuss für soziale, humanitäre und kulturelle Fragen (SOCHUM) wurde die Debatte aus einer stark historischen und ethischen Perspektive geführt. Unsere Delegierten diskutierten darüber, wie der Weltraum zugänglich für alle – auch für den Globalen Süden und Entwicklungsländer – bleiben kann. Ein zentrales Anliegen war es, neue Formen des Kolonialismus im All zu verhindern und indigene sowie diverse Perspektiven in die globale Weltraum-Governance einzubinden.
Es war beeindruckend zu sehen, wie unsere Schülerinnen und Schüler komplexe historische Zusammenhänge (etwa den Vergleich von historischem Kolonialismus mit der heutigen Space-Race-Dynamik) aufgriffen und ihre Reden mit rhetorischem Geschick auf Englisch vor dem Plenum hielten. Auch unser Admin im Hintergrund leistete fantastische Arbeit und sorgte dafür, dass organisatorisch alles reibungslos ablief.
Wir als begleitende Lehrkräfte sind unheimlich stolz auf die diplomatische Glanzleistung, die Weltoffenheit und die sprachliche Kompetenz unserer Delegation. Die MUNLR 2026 hat einmal mehr gezeigt: Unsere Schülerinnen und Schüler sind bereit, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur auf der Erde, sondern auch darüber hinaus.
Wir freuen uns schon auf das nächste Jahr!
BG/RE/KS