Besuch in Marugame, Japan, WZ-Artikel und Reisebericht

In der der Fujii-Gakuen Schule traf die Delegation auf eine Schülergruppe des St.-Bernhard-Gymnasiums. Foto: Stadt Willich

Willich/Marugame · Neben der Willicher Delegation um Bürgermeister Christian Pakusch statten auch Schülerinnen und Schüler des St.-Bernhard-Gymnasiums Willichs Partnerstadt einen Besuch ab.

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Schüleraustausch Marugame – Reisebericht von Tony Sauck und Nadia Heuser

Der Schüleraustausch mit der  Fujii-Gakuen Schule in Marugame ist ein besonderes Erlebnis für alle Beteiligten. Seit einer Woche sind 14 Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte vor Ort und tauchen intensiv in die japanische Kultur ein. Die folgenden Tagesberichte geben einen Einblick in die vielfältigen Aktivitäten, Begegnungen und Eindrücke dieser Reise. Der Austausch endet morgen, doch die Reise geht weiter: Nach Kyoto und Tokio, bevor es am Donnerstag zurück nach Deutschland geht.

Tag 1 – Freitag

Die Ankunft in Tokio gegen 23 Uhr nach einem Zwischenstopp in Dubai war für alle ein aufregender Moment. Der Flug verlief ruhig, die Stimmung war voller Vorfreude. Nach der Ankunft ging es in ein Hostel nahe des Flughafens. Trotz der späten Stunde nutzten einige die Gelegenheit, den gegenüberliegenden Konbini zu besuchen und erste japanische Snacks zu probieren. Ein spannender Auftakt, bevor alle müde, aber glücklich ins Bett fielen.

Tag 2 – Samstag

Am Vormittag begann die Weiterreise nach Marugame. Die Fahrt mit dem Shinkansen und dem anschließenden Regionalzug war ein echtes Highlight. Anfangsschwierigkeiten beim Ticketkauf – mehrere Tickets gleichzeitig in den Automaten zu stecken – wurden schnell überwunden. Die Schüler genossen die rasante Fahrt im Shinkansen und die wechselnden Landschaften. Gegen 17 Uhr erfolgte die herzliche Begrüßung durch eine Delegation der Partnerschule. Die Gastfamilien nahmen die Schüler freundlich auf, während die Lehrkräfte ins Hotel gebracht wurden. Ein Tag voller neuer Eindrücke und Begegnungen.

Tag 3 – Sonntag

Der Sonntag stand im Zeichen der Gastfamilien. Die Schüler erlebten den Alltag ihrer Gastgeber und knüpften erste persönliche Kontakte. Für die Lehrkräfte gab es eine Führung durch die Umgebung, begleitet von Schulleiter Maeda und dem Austauschkoordinator Kajji. Die Gespräche waren herzlich und informativ. Die japanische Gastfreundschaft beeindruckte alle – sie ist unvergleichlich und macht diesen Austausch so besonders.

Tag 4 – Montag

Montag war ein ereignisreicher Tag. Die offizielle Begrüßungszeremonie in der Schule war feierlich und herzlich zugleich. Japanische Schüler präsentierten einen preisgekrönten traditionellen Tanz und führten die Besucher in die Welt der japanischen Musik ein – mit einer Vorstellung des Koto. Die deutschen Schüler stellten den Schulalltag und den Jahresverlauf in Deutschland vor. Es folgten Reden der Lehrkräfte, Gastgeschenke wurden überreicht. Später besuchte der Bürgermeister von Willich mit einer Delegation die Schule. Die Reden über Geschichte, Politik und Freundschaft gaben dem Tag eine besondere Bedeutung. Ein weiteres Highlight: die Kendo-Vorführung. Nach beeindruckenden Demonstrationen durften die Schüler selbst unter Anleitung eines Meisters mit 7. Dan Kendo ausprobieren – ein unvergessliches Erlebnis. Zum Abschluss gab es einen Besuch beim Bürgermeister von Marugame, begleitet von intensiven Gesprächen und Gastgeschenken.

Tag 5 – Dienstag

Der Dienstag begann mit einer Kalligraphie-Stunde. Die Schüler lernten, ihre Namen in Katakana und Kanji zu schreiben – traditionell mit Pinsel und Tinte. Diese Kunstwerke dürfen sie als besondere Erinnerung mit nach Hause nehmen. Am Mittag folgte ein Udon-Kochkurs: Die Schüler stellten ihre eigenen Nudeln her und erhielten ein Zertifikat als 'Nudelmacher'. Nach dem gemeinsamen Essen ging es zum berühmten Konpira-Schrein. 1300 Stufen führten zu einem beeindruckenden Pilgerort, eingebettet in Natur und Geschichte. Die Teilnahme an einer Shinto-Zeremonie war ein bewegender Moment, der allen lange in Erinnerung bleiben wird.

Tag 6 – Mittwoch

Am Mittwoch erlebten die Schüler die traditionelle japanische Teezeremonie – ein Ritual voller Ruhe und Würde. Später ging es mit der Fähre zur Insel Honjima. Das malerische Dorf dort vermittelte einen authentischen Eindruck vom traditionellen Japan. Die Fahrt und der Besuch waren für alle ein unvergessliches Erlebnis, das die kulturelle Vielfalt des Landes eindrucksvoll zeigte.

Tag 7 – Donnerstag

Der Donnerstag führte die Gruppe in einen japanischen Garten, wo ein Teil der Schüler an einem Kurs zur Herstellung traditioneller Fächer (Uchiwa) teilnahm. Dieses Handwerkserlebnis war faszinierend und bot einen Einblick in die japanische Kunst. Anschließend stand der Besuch des Zentsūji-Tempels auf dem Programm. Die fünfstöckige Pagode, die goldene Buddha-Statue und ein über 1300 Jahre alter heiliger Baum beeindruckten alle. Die Teilnahme an einer buddhistischen Zeremonie machte den Tag zu einem tief bewegenden Erlebnis.

Tag 8 – Freitag

Am Freitag lernten die Schüler die Kunst des Origami kennen und gestalteten eigene Werke. Ein Vortrag über deutsche Kriegsgefangene in Japan während des Ersten Weltkriegs vermittelte spannende historische Einblicke. Zum Abschluss besuchte die Gruppe das Marugame Castle – ein architektonisches Juwel mit herrlichem Ausblick. Ein würdiger Abschluss des Austauschs, bevor die Reise in den kommenden Tagen nach Kyoto und Tokio weitergeht.