Statt Flip-Flops Winterschuhe im Sommer – neuer Chile-Austausch am St.-Bernhard-Gymnasium

Die Herren der Schulleitung des St.Bernhard-Gymnasiums M.Linder (li.) und A.Päßler (re.) freuen sich mit (von li., hintere Reihe) der Fremdspracheassistentin Ana Ayerbe, den Spanischlehrerinnen Vanessa Ellenbeck und Mariana Heller sowie der Koordinatorin des DCB (hi., re., Nikole Weinreich) und den drei Austauschpaaren (von li. Sophia Grevel mit Valentina Pino, Leonie Guski mit Natalia Rodríguez, Maya Flick mit Agustina Cerda) über den 6-monatigen Austausch mit Chile

Während uns in Deutschland der Winter gerade Schnee beschert, hat Chile Sommerzeit! „Das ist ja schon komisch, dass in Chile jetzt Sommer ist und wir hier in ein ganz anderes Klima kommen“, wundert sich eine der drei Austauschschülerinnen. Seit einigen Wochen ist das St.-Bernhard-Gymnasium um eine besondere Erfahrung reicher: Drei Schülerinnen aus Chile verbringen 6,5 Wochen in Willich und leben bei ihren Gastfamilien, die ihnen nicht nur ein Zuhause, sondern auch einen Blick in das deutsche Familienleben und in den Alltag eines Gymnasiums ermöglichen.

Für die Fachschaft Spanisch des St.-Bernhard-Gymnasiums ist dieser Austausch ein aufregendes neues Kapitel für die Oberstufe. Zwar gibt es nach Spanien bereits für die 10.Klasse einen Schüleraustausch mit Logroño und für die Oberstufe eine Sprachreise nach Salamanca, doch diese Programme sind nur einwöchig. Der Chile-Austausch hingegen dauert mehr als sechs Wochen – eine einmalige Gelegenheit für die Schülerinnen, wesentlich tiefer in eine neue Kultur einzutauchen. Das ist nicht nur für die Schülerinnen spannend, sondern auch für die Fachschaft Spanisch und die Schulleitung, die sich darauf freuen, der St.-Bernhard-Schülerschaft nun auch internationale Verbindungen nach Südamerika anbieten zu können.

Der individuelle Austausch wird in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-chilenischen Bund (DCB) aus Santiago de Chile organisiert, der sich bereits seit 50 Jahren Schüleraustauschprogrammen mit Deutschland widmet und sehr engagiert ist, neue Partnerschaften entstehen zu lassen.

In ihrem Heimatland gehen die drei Chileninnen auf eine deutsche Schule und sprechen ganz gut Deutsch, was die Verständigung hier im Unterricht erleichtert. „Bis auf die Fachsprache in einigen Fächern können wir die Inhalte eigentlich ganz gut verstehen“, berichten sie. Ihre Erfahrung am St.-Bernhard-Gymnasium ist jedoch weit mehr als nur der Austausch von Wissen – es ist das Kennenlernen einer neuen Kultur, das Entdecken fremder Traditionen und das Erleben von Freundschaft über den Atlantik hinweg.

Am Wochenende besuchte die Koordinatorin des Deutsch-chilenischen Bundes, Nikole Weinreich, die Schülerinnen, um sich ein Bild davon zu machen, wie sie sich bereits eingelebt haben. Ein kleiner Rundgang durch das St.-Bernhard-Gelände stand auf dem Programm und wurde aus Sicht der Gastschülerinnen präsentiert. Schließlich beendete die Gruppe den Schulrundgang mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa mit „echtem deutschen Essen“.

Die Koordinatorin war froh darüber, dass in unserer Region kein Dialekt gesprochen wird: „Für unsere Schülerinnen ist Hochdeutsch viel leichter zu verstehen als ein Dialekt in anderen Regionen.“ Die deutschen Schülerinnen hingegen merkten bei ihren Chileninnen im Vergleich zu ihrem Schulspanisch einige Unterschiede in der Aussprache und Grammatik, aber sie blieben gelassen: „Nach ein paar Tagen gewöhnt man sich an das chilenische Spanisch. In Chile bekommen wir das schon hin“, sagten sie motiviert.

In der Zwischenzeit unternehmen die Chileninnen zusammen mit ihren deutschen Gastschwestern viel in Willich und Umgebung. Besonders freuen sie sich auf die Karnevalszeit. „Wir haben uns schon unsere Kostüme ausgesucht, um unseren chicas zu zeigen, wie wir im Rheinland Karneval feiern“, berichten die St.-Bernhard-Mädchen, die gespannt sind, was die Chileninnen zu unseren Jecken und dem bunten Karnevalstreiben sagen. Na, dann viel Spaß bei den Karnevalsliedern – leider mit Dialekt!

Die Austausch-Schülerinnen genießen noch ihre restliche Zeit hier und werden dann ab Ende Juli bald Gastgeberinnen für die deutschen Schülerinnen sein, die in den Sommerferien nach Chile reisen werden. Dann werden die deutschen Schülerinnen diejenigen sein, die im Sommer ihre Koffer mit Wintersachen vollpacken. Sie werden dort in den Städten Concepción und San Felipe ebenfalls für etwa sechs Wochen leben, die chilenischen Gastfamilien und die Schulen besuchen, das Umland kennen lernen, und… und…und… – und das Ganze natürlich auf Spanisch!

(Mariana Heller)