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St.-Bernhard-Gymnasium

Geschichtskurs besuchte Weimar und Buchenwald

12.03.2020
Fotos: Mario Harperscheidt

Am Freitagmorgen, dem 06.03.2020, trat der Geschichtskurs von Frau Lorenz in Begleitung von Herrn Harperscheidt seine Reise nach Weimar an, in dessen Nähe wir am nächsten Tag die Gedenkstätte Buchenwald besuchen wollten. Nach einer knapp siebenstündigen Busfahrt in Weimar angekommen, begaben wir uns auf eine Stadtführung durch die Altstadt des regnerischen Weimars, auf der wir nicht nur über das kulturelle Erbe der Stadt, besonders geprägt im späten 18. bzw. 19. Jahrhundert durch Johann Wolfgang von Goethe sowie Friedrich Schiller, belehrt wurden, sondern auch über die politische Bedeutung der Stadt Weimar in der Weimarer Republik und unter der Herrschaft der Nationalsozialisten. 

Am darauffolgenden Morgen fuhren wir weiter nach Buchenwald, das etwa 10km von Weimar entfernt ist. Der sich am Berghang des Ettersberges befindliche Glockenturm des sowjetischen Denkmals war schon aus der Ferne erkennbar. In Buchenwald schauten wir uns zunächst in einer zum Kino umfunktionierten ehemaligen SS-Kaserne einen Film über das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald (1937 von der SS errichtet), das eines der größten auf deutschem Boden war, sowie die Befreiung durch die US-amerikanische Armee und die anschließende Besetzung der Sowjetunion an. Die anschließende Führung über das Gelände verdeutlichte uns die unmenschlichen Lebensbedingungen der Häftlinge, die wir zuvor bereits im Unterricht besprochen hatten; hinzukommend konnten wir nur ahnen welchen Effekt die klimatischen Bedingungen auf sie hatten, denn unter uns gab es schon nach einigen Minuten welche, die sich über die Kälte und den Wind am nördlichen Berghang beklagten, und das, obwohl wir dick angezogen waren. Erschreckend waren auch das Krematorium und die Genickschussanlage, durch die Häftlinge durch einen Hinterhalt ermordet wurden. Zur Erinnerung an all diese wurde eine Gedenktafel errichtet, die eine konstante Temperatur von 37°C haben soll, die normale Körpertemperatur als Zeichen eines lebenden Menschen.

Nach seiner Zeit als Konzentrationslager der Nationalsozialisten diente Buchenwald nach Ende des Zweiten Weltkrieges von 1945 bis 1950 in der sowjetischen Besatzungszone als Sowjetisches Speziallager Nr. 2. In diesem wurden weiterhin zahlreiche Menschen, hauptsächlich lokale Funktionsträger der NSDAP, aber auch Jugendliche und Denunzierte, interniert.

Weiter ging es für uns zum zuvor schon erblickten Glockenturm der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald auf der Südseite des Ettersberges, der in der DDR im Jahr 1958 eingeweihten Gedenkstätte. Der Besucher soll sich symbolisch erst auf den Weg zu der „Hölle“ (dem Tod), und dann zum Leben begeben. Begleitet wird er von sieben Stelen, repräsentativ für die sieben Jahre des Konzentrationslagers, die das Lagerleben darstellen, und von der Straße der Nationen mit auf 18 Pylonen eingravierten Nationen der Häftlinge, zu den drei in Ringgräbern angelegten Massengräbern. Anschließend soll er die Treppen hin zu dem Glockenturm erklimmen. Vor diesem befindet sich eine Plastik Fritz Cremers, die kommunistische Widerstandskämpfer darstellt. Bei unserer Ankunft am Glockenturm, der sinnbildlich für die Freiheit und das Licht steht, läutete die Glocke zweimal.

Insgesamt war es eine äußerst lehrreiche und emotionale Exkursion, auf der wir viele wichtige verschiedene Eindrücke gewinnen konnten.

 

Von Satenig Kouyoumdjian und Fabienne Rosenblatt

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