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St.-Bernhard-Gymnasium

Mit dem Religionskurs Q1 zu Besuch in der Synagoge Krefeld

08.07.2019
Fotos: Q1

Bericht vom Synagogenbesuch am Dienstag, den 25.06.2019

mit dem katholischen Religionskurs GK 2 (SO)

von Maike Klöhn und Satenig Kouyoumdjian

Am 25. Juni war es soweit. Unser katholischer Religionskurs (GK SO) hatte eine Exkursion vor sich. Im Zusammenhang mit dem im Unterricht bearbeiteten Konzilsdokuments „Nostra Aetate“ des 2.-ten Vatikanischen Konzils, bei dem die Beziehungen der Katholischen Kirche mit den anderen Weltreligionen festgelegt wurde, besuchten wir die Krefelder Synagoge.

Auf der Außenfassade konnte man eine hebräische Aufschrift erkennen mit der deutschen Übersetzung darunter: „Herr ich liebe deines Hauses Stätte und den Ort wo deine Herrlichkeit thront“. Um 10 Uhr trafen wir ein und der Rabbiner Wagner begrüßte uns herzlich. Er führte uns durch die Gemeinde und die Synagoge, begleitend mit vielen interessanten Informationen über das Judentum, die jüdisch-christliche Geschichte sowie die Geschichte über die Juden in Krefeld.

Wir erfuhren, dass die Synagoge, die wir besucht haben, am 14. September 2008 vollständig eingeweiht wurde. Weiterhin nannte uns der Rabbiner den Grund warum die Beschriftungen, sowie die Gemeindezeitung zweisprachig (russisch/deutsch) gestaltet werden. Nach dem Mauerfall 1989 sind zahlreiche russische Juden aus der Sowjetunion unter anderem nach Krefeld gekommen und deswegen spricht man in der Gemeinde hauptsächlich Russisch und Deutsch. Anschließend schauten wir uns historische Ausstellungsstücke an, zu denen der Rabbiner uns die dazugehörigen Hintergründe erzählte. Im Zusammenhang mit den Geboten und Verboten des Schabbats sahen wir auch eine koschere Glühbirne, die es den Juden ermöglicht am Schabbat keine Elektrizität zu benutzen und trotzdem das Licht anmachen und abdunkeln zu können.

Die Heilige Schrift des Judentums, die Thora, ist auf sogenannten Thora-Rollen aus Pergament per Hand niedergeschrieben. Damit die handgeschriebenen Thora-Rollen koscher sind und aus ihnen vorgelesen werden darf, müssen sie ordentlich und fehlerfrei sein. Bei über 300.000 Buchstaben dauert dies ca. 1 Jahr.

In der Küche haben wir auch über die koscheren Essensregeln gelernt. Koscher sind Tiere nur, wenn sie gespaltene Hufen haben und Wiederkäuer sind. Bei Wassertieren müssen sie Schuppen und Flossen haben. Milchige und nicht-milchige Produkte werden separat zubereitet.

Abschließend hatten wir die Möglichkeit Fragen zu stellen. Bei der Frage, ob auch ähnlich wie in der katholischen Kirche vermehrt Rücktritte aus der Synagoge in den letzten Jahren bemerkbar seien, antwortete der Rabbiner mit Nein, im Gegenteil. Immer mehr Menschen würden Interesse am Judentum finden.

Herzlich danken wir der Jüdischen Gemeinde in Krefeld und insbesondere den Rabbiner Wagner für die tolle Führung und für die wertvollen Eindrücke, die wir sammeln durften.

Weitere Informationen

Spendenkonto: Förderverein St. Bernhard-Gymnasium  |  Sparkasse Krefeld  |  IBAN: DE55320500000042420844  |  BIC / S.W.I.F.T: SPKRDE33XXX